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GTS Magazin 01-2015

32 FRÜHLINGSAUSGABE man sich zu Uncle George durchfragt. Das Surfen lernt man ganz gut am berühmten Waikiki Beach. Hier tummeln sich zwar die Touristen, allerdings sind die Wellen genau richtig hoch, um zu üben. In der zweiten Parallelstraße zum Strand findet sich ein kleiner Surfshop. Dort kostet das Leihen eines Surfbretts nur halb so viel, wie direkt am Strand. Allerdings sollte man richtig weit hinauspaddeln, denn wenn man in der Nähe des Felsriffs vom Brett fällt, kann man sich richtig wehtun. Ich denke, keiner möchte sich wie ich beim Lifeguard wieder finden, der die wie verrückt blutende Schnittwunde an der Fußsohle nur mit einem grinsenden „That’s a good one“ kommentiert. Anna-Lena überrascht mich mit einem weiteren außergewöhnli- ches Talent: Mit den Einheimischen zu flirten. Ehe ich mich versehe, finden wir uns auf einem Segelboot mitten im Pazifischen Ozean wieder. Das Ziel ist eine geheime Sandbank in der Nähe der Ka- neohe Bay. Dort kann man Kilometer weit von der Küste entfernt im hüfthohen Wasser stehen und sich das ein oder andere Bier gönnen. Das Vorurteil, es gäbe kein Bier auf Hawaii, das sich seit dem deutschen Schlagersong in den 60ern wacker gehalten hat, ist definitiv falsch. Von der Kona Brauerei gibt es gleich drei leckere Biersorten in einem Karton: Big Wave, Fire Rock und Long Board. Bier trinken bildet in dem Fall sogar, denn auf jeder Flasche gibt’s ein hawaiianisches Wort mit englischer Übersetzung. Quasi ein Gra- tis-Sprachkurs. Wer dazu noch etwas Kultur abgreifen möchte, dem empfehle ich einen Hula Tanzkurs. Wenn man im entsprechenden Alter ist, kann man sich auch einfach als internationaler Student der Hawaian Pacific University (HPU) ausgeben und sich in den Kurs an der Uni reinschmuggeln. Die gelernten Tanzmoves werden an- schließend in den zahlreichen Clubs und Bars in Waikiki vorgeführt. In der Studentenkneipe Mousses gibt es dienstags Vodka-Cran- berry oder Gin-Tonic zum unschlagbaren Preis von einem Dollar. Apropos Adrenalin! Auf Oahu gibt es zwei Anbieter für Skydiving. Wir haben uns für Pacific Skydive entschieden, weil die eine Extrem-Variante anbieten, bei dem der freie Fall anstelle von 15 ganze 60 Sekunden dauert. Ganz getreu dem Motto: Wenn schon, denn schon! Beim Unterschreiben der ganzen Formulare läuft es mir kalt den Rücken herunter. Ich habe also zur Kenntnis genommen, dass beim Skydiving viele unberechenbare Variablen, wie das Wetter, mitspielen und durchaus Unfälle passieren können. Kurz vor dem Abflug wird mir dann gesagt, dass ich selbst springen muss. Ich hatte angenommen, dass ich bei einem Tandem-Sprung einfach nur an dem erfahrenen Springer dranhänge, wie ein nasser Sack. Dass man rein rechtlich gesehen allerdings keine Leute bei 4500 Meter Höhe aus Flugzeugen stoßen darf, hätte ich mir eigentlich denken können. Als es dann so weit ist, stelle ich mir einfach vor, dass ich mich in einem Video-Game befinde. Das Bild, das sich mir zeigt, ist sowieso total surreal. Wenn Das führt dazu, dass die Tanzfläche prallvoll mit Studenten aus aller Welt ist, was die Stimmung nur noch besser macht. Für alle Wanderer unter euch habe ich noch einen absoluten Geheimtipp: die „Stairways to Heaven“. Seit 1987 ist der Wanderweg der Haiku Stairs gesperrt, da zu viele Menschen auf den Treppen verunglückt sind. Die Lebensmüden unter uns wagen sich allerdings illegalerweise immer noch hoch. Der Trick dabei ist, die Wanderung mitten in der Nacht zwischen 3 und 5 Uhr anzutreten, denn genau in dieser Zeit gibt es keine Polizei, die sonst fast rund um die Uhr den Eingang zu den Treppen bewacht. Wenn man erwischt wird, gilt es zu flüchten oder sich herauszureden, denn die Geldstrafe liegt bei 650$. Der gigantische Panoramablick, gepaart mit dem Reiz des Verbotenen, macht die Wanderung zu einem einzigartigen Erlebnis.

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